Wenn Sie schon einmal von der Isle of Man TT gehört haben, kennen Sie vielleicht auch das Southern 100 - ein Straßenrennen mit einem ganz anderen Charakter.

Das Southern 100, auch bekannt als “The Friendly Races”, ist kleiner, intimer und tief in der Gemeinde verwurzelt, bietet aber dennoch den Nervenkitzel und das Spektakel eines Straßenrennens der Weltklasse.

Egal, ob Sie zum ersten Mal einen Besuch planen oder einfach nur neugierig sind, dieser Führer erklärt Ihnen alles, was Sie über die Southern 100 wissen müssen.


Eine kurze Geschichte des Southern 100

Das Southern 100 fand erstmals 1955 auf dem Billown Circuit statt, einem 4,25 Meilen langen Straßenkurs am Rande von Castletown. Die Veranstaltung entstand aus dem Enthusiasmus lokaler Organisatoren, die hochkarätige Rennen in den Süden der Insel bringen wollten.

Sie etablierte sich schnell als ein Highlight im Straßenrennkalender. Im Laufe der Jahre sind hier Legenden wie Joey Dunlop, Ian Lougher, Guy Martin, Michael Dunlop und Dean Harrison gefahren, und die Strecke hat für unzählige spannende Kämpfe und unvergessliche Momente gesorgt.

Heute zieht die Veranstaltung weiterhin führende Straßenrennfahrer und aufstrebende Stars an, ohne dabei ihren bodenständigen, einladenden Charakter zu verlieren.


Die Billown-Schaltung

Der Billown Circuit ist ein 4,25 Meilen langer dreieckiger Kurs, der aus öffentlichen Straßen besteht, die für das Rennen gesperrt sind. Start und Ziel befinden sich auf der Umgehungsstraße Castletown Bypass, das Hauptquartier und das Fahrerlager liegen in der Nähe des Castletown Stadium.

Die Strecke führt durch schnelle Geraden, geschwungene Kurven und enge Kehren, unter anderem:

  • Ballakeighan - der erste schnelle Rechtshänder nach dem Start.
  • Cross Four Ways - eine anspruchsvolle Kreuzung, an der häufig überholt wird.
  • Church Bends - ein fließender, von Steinmauern und Hecken gesäumter Links-Rechts-Abschnitt.
  • Great Meadow Straight - ein schneller Lauf zurück nach Castletown vor den letzten Kurven.

Durch die kompakte Bauweise der Rennstrecke sind die Fans immer ganz nah am Geschehen - man sieht, hört und spürt die Motorräder nur wenige Meter entfernt vorbeiflitzen.


Warum es “Die Freundschaftsrennen” genannt wird”

Der Southern 100 ist berühmt für seine entspannte, angenehme Atmosphäre. Anders als bei der TT, wo sich die Größe überwältigend anfühlen kann, ist der Southern 100 intim.

Die Fans können einfach ins Fahrerlager gehen, mit Fahrern und Teams plaudern und die Vorfreude auf das Rennen genießen. Streckenposten, Einheimische und Besucher mischen sich unter die Fans und schaffen ein Gemeinschaftsgefühl, das man im modernen Motorsport selten findet.

Dieser offene, einladende Charakter hat ihr den Spitznamen “die freundlichen Völker” eingebracht.”


Wann findet sie statt?

Der Southern 100 findet jedes Jahr im Juli statt und erstreckt sich in der Regel über vier Tage:

  • Montag- und Dienstagabend: Training und Qualifying.
  • Mittwoch und Donnerstag nachmittags/abends: Rennen, darunter Solo- und Seitenwagenwettbewerbe, mit Hauptrennen wie der Southern 100 Solo Championship und der Sidecar Championship.

Da der Southern 100 mitten in der Woche stattfindet, hat er eine etwas andere Atmosphäre als die TT oder der Manx Grand Prix - weniger überfüllt, aber immer noch mit der ganzen Dramatik und Aufregung eines echten Straßenrennens.


Die Atmosphäre

Während der Rennwoche erwacht Castletown zum Leben. Der Platz füllt sich mit Fans, die auf dem Weg zur und von der Rennstrecke sind, in den örtlichen Pubs und Cafés herrscht reges Treiben, und die Gemeinde nimmt die Veranstaltung voll und ganz an.

Im Vergleich zur TT ist es einfacher, sich zu bewegen, einen guten Platz zu finden und sich als Teil der Rennfamilie zu fühlen. Es besteht kein Zweifel daran, dass Sie Elite-Fahrer bei unglaublichen Geschwindigkeiten beobachten - aber die Atmosphäre ist ebenso freundlich und zugänglich wie der Wettbewerb.


Wo zu sehen

Der Billown Circuit bietet eine fantastische Vielfalt an Aussichtspunkten. Einige der besten sind:

  • Start/Ziel (Castletown Bypass): Erleben Sie, wie sich die Startaufstellung formiert, die Lichter erlöschen und die Zielflagge geschwenkt wird. Sitzplätze auf der Tribüne sind hier verfügbar.
  • Ballakeighan: Die erste Kurve nach dem Start, eine schnelle Rechtskurve, in der die Fahrer den Ton für die Runde angeben.
  • Kreuzung Four Ways: Eine enge, technische Kreuzung und eine der dramatischsten Überholstellen.
  • Die Kirchenkurve: Ein fließender S-Kurven-Abschnitt, berühmt bei Fans und Fotografen.
  • Great Meadow: Die lange Gerade zurück nach Castletown, auf der die Fahrräder rasante Geschwindigkeiten erreichen.
  • Castletown Square: Dieser Platz liegt zwar nicht direkt an der Strecke, ist aber das Zentrum für Essen, Trinken und Atmosphäre zwischen den Veranstaltungen.

Top-Tipp: Kommen Sie früh, vor allem für die Abendveranstaltungen, da die besten Plätze am Straßenrand schnell belegt sind.


Wie man dorthin kommt

Die Isle of Man ist mit der Fähre von Liverpool, Heysham, Belfast und Dublin und mit dem Flugzeug von regionalen britischen und irischen Flughäfen aus erreichbar.

Castletown ist nur 15 Minuten vom Flughafen der Isle of Man und etwa 25 Minuten mit dem Auto oder der Bahn von Douglas, der Hauptstadt der Insel, entfernt. Lokale Busse und die Dampfeisenbahn machen es einfach, den südlichen Teil der Insel zu erreichen.


Wo wohnen

Die Unterkunftsmöglichkeiten umfassen:

  • Castletown und Port Erin/Port St Mary: Am nächsten an der Rennstrecke gelegen, mit B&Bs, kleinen Hotels und Cottages für Selbstversorger.
  • Douglas: Größere Auswahl an Hotels und gute Verkehrsanbindung.
  • Zelten und Camping: Beliebte Optionen für Fans, die die Atmosphäre der Rennwoche erleben möchten.

Spezialisierte Reiseanbieter (wie wir!) bieten Southern 100-Pakete an, die Unterkunft, Transfers und Zugang zum Rennen kombinieren - so können Sie die Veranstaltung ganz einfach und stressfrei genießen.


Southern 100 gegen die Isle of Man TT

Beide sind zwar kultig, aber die beiden Rennen bieten sehr unterschiedliche Erfahrungen:

  • Länge der Strecke: TT Mountain Course ist 37,73 Meilen lang; Southern 100 ist 4,25 Meilen lang.
  • Menschenmengen: Die TT zieht ein großes internationales Publikum an; die Southern 100 ist kompakter und zugänglicher.
  • Die Atmosphäre: TT ist intensiv und hochkarätig; Southern 100 ist entspannt, gemeinschaftsorientiert und intim.
  • Zugang: Es ist einfacher, die Fahrer zu treffen, die Paddocks zu besuchen und das Geschehen beim Southern 100 hautnah mitzuerleben.

Für viele Fans fühlt sich der Southern 100 wie eine Rückkehr zu den Anfängen der TT an - authentisch, unverfälscht und persönlich.


Warum Sie hingehen sollten

Der Southern 100 liefert:

  • Weltklasse-Rennen auf engstem Raum.
  • Ein einladendes, fanfreundliches Umfeld.
  • Eine Gelegenheit, die südlichen Highlights der Isle of Man zu erkunden.
  • Sehr günstig im Vergleich zu größeren Veranstaltungen.
Es geht nicht nur um die Rennen - es geht darum, Teil einer Gemeinschaft zu sein, die den Sport liebt, die Fahrer unterstützt und den Straßenrennsport in seiner reinsten Form zelebriert.


Abschließende Überlegungen

Das Southern 100 mag nicht den Weltruhm der Isle of Man TT haben, aber genau deshalb wird es von so vielen Fans geschätzt. Es ist spannend, authentisch und nahbar - ein wahres Fest des Straßenrennsports auf der Isle of Man.

Wenn Sie Ihre erste Reise planen, erwarten Sie röhrende Motoren, herzliche Gastfreundschaft und Erinnerungen, die noch lange nach dem Fallen der Zielflagge anhalten werden.

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